KONZERTE

 

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NEWS

Auftaktkonzert zu «Art and Symphony», St. Moritz, Schweiz

Kritik vom 26. 8. 2008

"Bläsersound in nebliger Höhe" von MARIE-CLAIRE JUR

Musik von Blechbläserensembles bildet einen Schwerpunkt am «Art and Symphony». Einen stimmungsvollen Festivalstart bot die Konzertmatinee des «Art of Brass Vienna» am Samstagmorgen.Auf 2800 Metern und im Nebel. Konzerte an ungewöhnlichen Or-ten haben ihren besonderen Reiz.Das war auch am Samstagmorgen nicht anders, als «Art and Symphony»-Intendant Peter Aronsky eine kleine Gästeschar zur Matinee auf dem Startplateau der Ski-WM-Abfahrt empfing. Voller Erwartungen ging es mit der Chantarella- und der Corvigliabahn bergwärts, mit der Schwebebahn weiter Richtung Piz Nair bis zur Ausstiegsplattform. Dichter Nebel umfing die Konzertbesucher, die bis zur Bühne auf dem Startplateau zuerst noch knapp 190 Stufen unter die Füsse nehmen mussten. Vor dem Musikgenuss auf 2836 Metern über Meer noch rasch ein Blick von der 45 Grad steilen Startrampe hinunter in die Tiefe, dorthin wo die WM- Cracks 2003 mit höllischen 130 Stundenkilometern den Hang runterbretterten. Auf diesen schwindelerregenden Tiefblick sollte himmlischer Musikgenuss folgen. Allein, es fehlte noch ein Musiker auf der Bühne. Der von Höhenangst geplagte Tubaspieler des angekündigten Blechbläserensembles «Art of Brass Vienna» hatte den Aufstieg aufs Plateau nicht geschafft.Statt mit Claudio Monteverdis Toccata aus «Orfeo» in diese von Nebelschwaden umrankte Matinee zu segeln, spielten die vier Mitmusiker zur Einstimmung ins Konzert erst Mal zwei österreichische Alpenlieder.

Brass im Container

Dann hiess es für die Zuhörer, die Stufen zur Ausstiegsrampe der Schwebebahn wieder hinunter zu steigen und in der Containerbox Platz zu nehmen, wo zwar immer noch im Nebel, aber bei angenehmer Temperatur das Konzert programmgemäss seinen weiteren Verlauf nahm. Der aussergewöhnliche Konzertsaal entpuppte sich von der Akustik her als durchaus geeignet. Und Heinrich Bruckner (Trompete, Flügelhorn, Piccolotrompete), Florian Klingler (Trompete, Flügelhorn, Piccolotrompete), Thomas Bieber (Wiener Horn), Erich Kojeder (Posaune, Euphonium) und Jon Sass (Tuba) entführten ihre Zuhörer auf eine sehr abwechslungsvolle Reise, die von der Renaissance bis in die Neuzeit, von Claudio Monteverdi (1567-1643) bis zu Benny Golsen (*1929) reichte. Da die Auswahl an Originalliteratur für Blechbläserensemble beschränkt ist, kam es dem Publikum zugute, dass Trompetist Heinrich Bruckner nicht nur ein hervorragender Instrumentalist, sondern auch ein begnadeter Arrangeur ist. Ihm waren die klugen Arrangements des ersten Konzertteils zu verdanken, dem nach Monteverdis Toccata drei Sätze aus Georg Friedrich Händels Suite für Trompete, Streicher und Basso Continuo folgten und hernach Johann Sebastian Bachs Choral «Jesu bleibet meine Freude». Nach diesem besinnlich-festlichen Einstieg sorgte Johann Strauss (1825-1899) für einen Tempowechsel mit dem Banditen-Galopp op. 378, einem rasanten Stück,auf das ein elegantes Frühwerk von Franz Schubert folgte:Der erste Walzer op.9 in einem Arrangement von Horst Küblböck schien den Zuhörenden und Ausführenden gleichermassen zu gefallen. Letztere konnten mit der Tritsch- Tratsch-Polka op. 214 von Johann Strauss (arr. Horst Küblböck) neben ihrer instrumentalen Meisterschaft auch noch ihr komödiantisches Talent ausleben, gilt dieses Stück doch als musikalisch-saloppe Antwort des Komponisten auf Anfeindungen, wonach er während seines Russlandaufenthaltes ein allzu ausschweifendes Liebesleben gehabt hätte… Zu dieser herrlich gespielten Musik in luftiger Höhe hätte ein Ausblick auf die Oberengadiner Bergwelt im ersten Sonnenlicht gut gepasst. Doch die verdutzten Mienen der Touristen zu sehen, die in der Luftseilbahn zum Piz Nair hochschwebten und ungläubig auf das Konzertgeschehen guckten, war nicht minder reizvoll. Begeisternde Gershwin Kompositionen aus den letzten 100 Jahren erfüllten danach die Containerbox. Marianne Bruckner hatte drei eingängige Stücke von George Gershwin (1898-1937) arrangiert,darunter das von allen Jazzern gespielte «I got rhythm». Den ebenfalls von ihr bearbeiteten Welthit «Libertango» von Astor Piazzolla (1921-1992) spielten die fünf Musiker so stimmig, wie wenn es sich um eine Originalkomposition für Brassbands handeln würde. Nach «So what!» von Miles Davis (1926-1991) in einem Arrangement von Thomas Huber setzten die fünf Blechbläser zum «Grand Finale» an. Das Medley von Benny Golsen, wo so bekannte Melodien wie «It aint necessarily so» oder «Summertime» aus Gershwins «Porgy and Bess» er- klangen, begeisterte das Publikum, das schliesslich zum Abschied noch Fritz Kreislers «Liebesfreud» in einem Arrangement von Küblböck zu hören bekam.

 

Kritik: Kleine Zeitung vom 10. 9. 2008

"Klangbetörendes von Blechblas-Experten" von WALTHER NEUMANN

GRAZ: Kurzweil war angesagt beim vorletzten der heurigen Eggenberger Schlosskonzerte. Die fünf vorzüglich eingespielten Musiker von "Art of Brass Vienna" ließen die Zuhörerherzen jedenfalls höher schlagen. Wo beginnen? Beim eleganten Bassfundament des Tubisten Jonathan Sass, bei Thomas Biebers Hornschmelz, bei Erich Kojeders schmettender, meist aber dezent "angepasster" Posaune oder beim Diskant der Trompeter Heinrich Bruckner und Florian Klingler? Köstlich, launig und witzig interpretiert, technisch brillant und dann wieder innig klangen die aus allen stilistischen Ecken stammenden gut 25 Piecen von Bach bis Johann Strauß. Und vollendet jede einzelne.

 

Kritik: Kleine Zeitung vom 6. 3. 2008

"Konzert Art of Brass Vienna in Pöllau" von FRANZ BRUGNER

Für das Publikum wurden Geister beschworen Art of Brass hatte Zuhörer in seinem Lager. PÖLLAU. Musikalisches Lagerdenken ist dem "Art of Brass Vienna"-Ensemble absolut fremd. So gegensätzlich auch die Pole des Programms beim Auftritt des famosen Bläserquintetts im großen Freskensaal im Schloss Pöllau waren, man tänzelte mit behänder Leichtigkeit durch die verschiedenen Genres. Musikalisch wurde ein großen zeitlicher Bogen gespannt. Den Auftakt bildete eine fein ziselierte Fanfare von Claudio Monteverdi. Johann Sebastian Bachs Frömmigkeit artikulierte man mit viel Emphase, während der flotte "Banditengalopp" von Johann Strauß Vater vor purer Lebenslust sprühte. Über Fritz Kreislers "Liebesfreud" ging es schnurstracks zu Legenden wie George Gershwin und Astor Piazzola. Bei Letzterem war es auch erlaubt, dass Ausnahme-Trompeter Heinrich Bruckner die zwei kleinen Finger zum Mund führte und mehrmals kräftig pfiff. Das nennt man eben argentinisches Temperament. Mit seiner Braut, der Tuba, tanzte Jonathan Sass bei Miles Davis Klassiker "So what!", bevor man sich bei den Zugaben ganz der Improvisation verschrieb. "Eine Geisterbeschwörung", murmelte ein sichtlich amüsierter Zuhörer anerkennend.

 

Das ist unsere brandneue CD, aufgenommen zusammen mit dem

Ensemble "Vienna Horns"!
 

"Wandern mit Strauß, Schubert, Brahms"

Für den Pausenfilm des Neujahrskonzertes 2007 der Wiener Philharmoniker hat Art of Brass Vienna zusammen mit den Vienna Horns die Musik aufgenommen. Beide Ensembles waren auch in verschiedenen Szenen zu sehen. Eine CD mit diesen und weiteren Stücken, gespielt von beiden Ensembles, ist Mitte Dezember 2006 bei ORF CD erschienen. Mehr darüber gibt es unter der Sparte "CDs" zu erfahren.

 

Kritik: KURIER, Sonntag, 31. Dezember 2006 Kultur & Medien

"Blecherne Kunst für die Pause" Von GERT KORENTSCHNIG

Wenn Zubin Mehta am 1. Jänner um 11.15 Uhr das Podium betritt, um die Wiener Philharmoniker zum vierten Mal bei ihrem Neujahrskonzert zu dirigieren, sind rund 60 TV-Stationen live oder zeitversetzt dabei. Das Neujahrskonzert ist nicht nur ein künstlerisches Top-Event, sondern längst auch eines fürs TV. Da Konzerte aber – nicht selten zum Leidwesen der Besucher – auch Pausen haben, müssen diese televisionär gefüllt werden. Diese Chance einer enormen Breitenwirkung abseits der Klischees hat der ORF längst erkannt und versucht, die Pause künstlerisch zu gestalten. Diesmal hat Felix Breisach den Pausenfilm gestaltet. Und die Musik, die bereits auf einer CD erschienen ist, stammt von den Blechbläserensembles "VIENNA HORNS" und "Art of Brass Vienna". Zu hören gibt es hinreißende Arrangements von Strauß-Melodien, Mahler-Passagen, Bruckner-Symphonie-Auszügen etc. Alles präzise gespielt von den beiden Ensembles, bei dem jeweils nur große Könner am Werk sind. Für Freunde des Wiener Horns, dieses einzigartigen, klanglich phänomenalen und so schwierig zu spielenden Instruments, ein Muss.

KURIER WERTUNG: 4 von 5 möglichen Punkten

 

Kritik: FALTER, 1-2/07 Kultur

"Ohren auf! Heimvorteil in F" Von CARSTEN FASTNER

Die größte Überraschung beim Neujahrskonzert war heuer - das Pausenprogramm. Ergaben sich die blümchenumrankten Wiener Philharmoniker unter Zubin Mehta einmal mehr der sentimental betulichen Huldigung einer Wiener Form überkommener Urbanität, so machte sich der Pausenfilm wie gewohnt daran, die ruralen Reize der Republik zu rühmen. Sein Soundtrack aber hatte es in sich. Gar nicht so sehr aufgrund der gelungenen, aber erwartbaren Programmzusammenstellung besonders österreichisch klingender Schmankerl von Strauß, Schubert, Mahler, Bruckner, Brahms. Nein, wie da gespielt, genauer gesagt: geblasen wurde,das war schlicht atemberaubend.

Die 14 Hornisten der Vienna Horns und das personell verbandelte Blechquintett Art of Brass Vienna (zweimal Trompete, Horn, Posaune, Tuba) zeigten sich hochvirtuos und auf den Punkt präzise, dabei geschmeidig, agil und vor allem so farbenreich, wie man es von einer vermeintlich monochromen Besetzung einfach nicht erwarten würde. Spieltechnisch herausgefordert werden sie dabei noch von der eigenwilligen Bauart ihrer Instrumente, samt und sonders Wiener Hörner in F, die praktisch kein Orchester außerhalb Wiens mehr verwendet. Die vertrackten Dinger klingen freilich deutlich besser als "modernere" Modelle, was die ausgezeichneten Arrangements von Alexander Wagendristel, Heinrich Bruckner u. a. als Heimvorteil zu nutzen wissen. Nun ist das Programm, auf sechzig Minuten erweitert, unter dem Titel "Wandern mit Strauß, Schubert, Brahms" (ORF) auch auf CD erschienen.

 

Kritik: DIE PRESSE, SCHAUFENSTER, CD KRITIK KLASSIK, 12. Jänner 2007

"Blechkunst" Von WILHELM SINKOVICZ

Wer heuer das Neujahrskonzert im Fernsehen verfolgt hat, durfte sich nicht nur über die Begegnung mit den Wiener Philharmonikern freuen, sondern - zur Pause - auch über die Blechbläser-Ensembles Art of Brass Vienna und Vienna Horns.Die tönenden Austriaca, die da klingend durch die Musikgeschichte des Landes führten, setzten Musik der Strauß-Dynastie, virtuos arrangiert, ins Kontinuum der großen österreichischen Tradition zwischen steirischen Tänzen, Schubert, Bruckner, Mahler und Franz Schmidt. Wobei die versammelten Bläser, mehrheitlich aus Wiener Orchestern und allesamt auf Wiener Instrumentarium musizierend, enorme technische Meisterschaft mit hinreißendem Klangsinn zu mixen verstehen. Ob die prächtigen "Königsfanfaren" aus Schmidts "Fredigundis" oder das Jagdscherzo aus Bruckners Vierter: Dergleichen machte jedem Philharmonischen Ehre.

Wandern mit Strauß, Schubert, Brahms" Vienna Horns, Art of Brass Vienna (ORF)

PRESSE WERTUNG: 4 von 5 möglichen Punkten

 

Kritik: NEWS, EMPFEHLUNG DER WOCHE, KLASSIK CDs, 15. März 2007

"Wiener Hörner auf Wanderschaft"

Diesen Klang gibt es nur in Wien. Spitzenorchester dieser Stadt plegen das teuflisch schwer zu spielende Wiener Horn. Wer die Unverwechselbarkeit dieses Instruments erleben will, kann das nun mit Strauß, Schubert und Brahms tun. Hornisten mehrerer Wiener Orchester haben sich zur Formation "Vienna Horns" zusammengeschlossen.

Wandern mit Strauß, Schubert, Brahms" Vienna Horns, Art of Brass Vienna (ORF)